Rückzug aus Glasfaserausbau

Große Enttäuschung in Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen – Suche nach neuen Möglichkeiten beginnt von vorn

Mit großer Enttäuschung nehmen die Gemeinden Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen die Entscheidung der Deutschen Glasfaser zur Kenntnis, den geplanten eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in den drei Kommunen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht umzusetzen.

Bereits seit 2023 hatten die Kommunen die Deutsche Glasfaser aktiv unterstützt – bei der Akquise, der Koordination und der Öffentlichkeitsarbeit. Von Seiten der drei Gemeinden war und ist immer die klare Erwartung, den Ausbau umzusetzen. Die Nachfrage nach Glasfaser war deutlich vorhanden: Die erforderliche ca. 30%-ige Nachfragebündelung wurde bei der Bedarfsabfrage deutlich übertroffen. „Dass daraus nun eine Absage folgt, trifft uns extrem hart und kommt überraschend“, sind sich die drei Bürgermeister Tom Schultheiß, Maximilian Fischer und Michael Keilich einig.

„Wir bedauern die lange Hängepartie von zweieinhalb Jahren sowie den Rückzieher der Deutschen Glasfaser umso stärker.“ Der Glasfaserausbau ist ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Kommunen – ob für Familien, Unternehmen oder Gewerbetreibende und die Standortentwicklung.

Ungeachtet dessen sind die Kommunen fest entschlossen zu prüfen, welche Wege und Fördermodelle künftig möglich sind, um eine zukunftsfähige Glasfaserinfrastruktur zu realisieren. „Die Entscheidung über eigenwirtschaftliche Investitionen liegt zwar beim jeweiligen Unternehmen, doch bleiben wir aktiv in der Suche nach tragfähigen Alternativen, partnerschaftlichen Modellen und passenden Förderlandschaften.“

Wichtig ist den drei Gemeinden eine klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten: Die Kommunen können Investitionsentscheidungen nicht anordnen oder verhindern; sie wollen jedoch weiterhin die Entwicklung eng begleiten und gemeinsam vorantreiben.

Ziel bleibt unverändert: eine leistungsfähige, flächendeckende Glasfaserinfrastruktur für Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen – jetzt erst recht.

Häufige Fragen und Antworten

Die Entscheidung zum geplanten Glasfaserausbau wirft bei Bürgerinnen und Bürgern verständlicherweise Fragen auf. Die wichtigsten Hintergründe, Zuständigkeiten und die weiteren möglichen Schritte haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Warum wird der geplante Glasfaserausbau nicht umgesetzt?

Deutsche Glasfaser hat das geplante Ausbauprojekt aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen erneut geprüft. Nach Angaben des Unternehmens ist ein eigenwirtschaftlicher Ausbau unter den aktuellen Voraussetzungen nicht wirtschaftlich darstellbar. Die zu erwartenden Kosten liegen demnach deutlich über der ursprünglichen Kalkulationsgrundlage.

Was bedeutet „eigenwirtschaftlicher Ausbau“?

Bei einem eigenwirtschaftlichen Ausbau trägt das Telekommunikationsunternehmen die Kosten für den Ausbau selbst und finanziert diesen aus eigenen Mitteln beziehungsweise den späteren Einnahmen aus dem Netzbetrieb. Eine kommunale Finanzierung oder Förderung ist dabei grundsätzlich nicht vorgesehen.

Können die Gemeinden die Entscheidung von Deutsche Glasfaser verhindern?

Nein. Die Entscheidung über einen eigenwirtschaftlichen Ausbau ist eine unternehmerische Entscheidung. Die Gemeinden können ein Unternehmen nicht dazu verpflichten, einen Ausbau auf eigene Kosten durchzuführen.

Haben die Gemeinden Einfluss auf die wirtschaftliche Kalkulation?

Nein. Die wirtschaftliche Bewertung und die Kalkulation eines solchen Projekts liegen beim jeweiligen Unternehmen. Die Gemeinden können diese unternehmerischen Grundlagen nicht vorgeben.

Bedeutet die Entscheidung, dass es in den drei Gemeinden keinen Glasfaserausbau geben wird?

Nein. Die aktuelle Entscheidung betrifft den geplanten eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Deutsche Glasfaser. Die Gemeinden wollen nun gemeinsam prüfen, welche anderen Möglichkeiten für einen zukunftsfähigen Glasfaserausbau bestehen.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Gemeinden Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen wollen die verschiedenen Möglichkeiten prüfen und die weitere Entwicklung beobachten. Dabei sollen insbesondere auch mögliche Fördermöglichkeiten und alternative Ausbauvarianten betrachtet werden.

Kann die Gemeinde nicht einfach selbst Glasfaser bauen?

Ein kommunaler Ausbau ist grundsätzlich ein anderes Modell und muss unter anderem hinsichtlich Finanzierung, Förderung, Wirtschaftlichkeit und rechtlicher Rahmenbedingungen geprüft werden. Genau solche Möglichkeiten wollen wir nun betrachten.

Warum ist der Glasfaserausbau für die Gemeinden so wichtig?

Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist ein wichtiger Standortfaktor. Sie ist für private Haushalte ebenso relevant wie für Unternehmen, Gewerbetreibende, Schulen und öffentliche Einrichtungen. Deshalb bleibt der Glasfaserausbau ein wichtiges Zukunftsthema für unsere Gemeinden.

Wann gibt es weitere Informationen?

Sobald sich aus den weiteren Prüfungen konkrete Möglichkeiten oder nächste Schritte ergeben, werden die Gemeinden darüber informieren.

Unser gemeinsames Ziel bleibt: Eine leistungsfähige und zukunftssichere Glasfaserinfrastruktur für Ebersdorf, Sonnefeld und Weidhausen.